Solidarität mit der geräumten Besetzung des MZG 1.140

In den frühen Morgenstunden dieses Tages (29.01.2008) hat die Unileitung den besetzten Raum MZG 1.140 durch Einsatzkräfte der Polizei räumen lassen. Alle angetroffenen Personen wurden vorrübergehend festgenommen und auf der Polzeiwache einer erkennungsdienstlichen Behandlung unterzogen.

Die Basisgruppe Kulturanthropologie verurteilt diesen Akt der Universitätsleitung aufs Schärfste. Das Präsidium zeigt mit diesem Vorgehen vor allem sein politisches Ungeschick und verdeutlicht nur selbt, worauf die Besetzer_innen die ganze Zeit aufmerksam machen wollten: Dass das Klima der Repression, Kontrolle und Disziplinierung an der Uni derart überhand nimmt dass es nicht länger zu ertragen ist.

Die Forderungen der Besetzer_innen sind nach wie vor legitim und aktuell: Der zunehmende ökonomische und terminliche Druck auf die Studierenden seit der Einführung der Ba/Ma-Studiengänge und der allgemeinen Studiengebühren, der nur ein Teil der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung zu mehr Kontrolle, Repression und Druck (Hartz 4-Gesetze, Vorratsdatenspeicherung u.a.) ist, verbindet sich an der Uni seit Jahren mit der Einschränkung studentischer Selbstbestimmung und Freiräumen – Räumen der Selbstbestimmung und -entfaltung, in denen die Uni zumindest weniger als die Lernfabrik erscheint, zu der sie mehr und mehr gemacht wird!

Bei seinen Bemühungen eine saubere, ordentliche, disziplinierte Uni zu schaffen, ist sich das Präsidium nach mehreren unglaubwürdigen Raumangeboten und einer unlauteren Verhandlungstaktik, mit der es versucht hat verscheidene studentische Gruppen gegeneinander auszuspielen, wieder mal nicht zu schade die Polizei und deren Gewaltmittel auf ihre Studierenden loszulassen. Und das wegen eines grundsätzlich entbehrlichen Seminarraums.

Wir erklären uns hiermit solidarisch mit den Besetzer_innen und vor allem den von der Räumung direkt Betroffenen. Das Handeln der Unileitung ist eine politische Bankrotterklärung und vollkommen inakzeptabel. Wir unterstützen weiterhin die Forderung einiger Studierender nach einem selbstverwaleten Raum am Campus.